Bärenstark spielt sich auf einem Rummelplatz ab. Tanzbär Willi, mit seinem Meister schon weit herumgekommen und erfahren, versucht durch das Beobachten der Jahrmarktbesucher den Lebenssinn zu verstehen. Auf einem Rösslikarussell steht ein aussergewöhnliches Pferdchen, welches das ewige „sich im Kreis drehen“ satt hat und aus seinem Alltagstrott ausbrechen will. Es möchte frei sein, die Welt kennen lernen und es gut haben wie die Menschen, die täglich auf ihm reiten dürfen. Willi nimmt sich des rebellischen Karussellpferdchens an und fordert es auf, zusammen mit ihm das Glück der Menschen zu ergründen.

Das Pferdchen ist überwältigt von den vielen Eindrücken. Es will leben wie der reiche Playboy, dem die Frauenherzen zufliegen; es möchte glücklich sein wie das verliebte Pärchen, möchte beschenkt werden wie die Kinder und sich alles kaufen können, was die schillernde Welt des Jahrmarktes anbietet.

Tanzbär Willi weist es aber auch auf die weniger schönen Seiten des Menschseins hin. So erlebt das Pferdchen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Es wird Zeuge des Abstiegs des Frauenhelden, es erlebt die Traurigkeit eines alleingelassenen Schlüsselkindes und den Streit der Verliebten; eine Gang Jugendliche, die sich mit Gewalt ihren Freiraum zu erkämpfen sucht und die Melancholie der alten Frau, die in ihren schönen Erinnerungen schwelgt.

So stellt der Rummelplatz auf seine Art ein Welttheater im Kleinen dar, ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, in welchem zu guter Letzt auch das Pferdchen seinen Platz erkennen kann.