Hoffnungen, Träume, harte Arbeit, kurze Höhenflüge, Krisen, Enttäuschungen und immer wieder die Hoffnung. Das ist der Stoff, woraus Musicals gemacht sind. Wir alle sind gewollt oder ungewollt Statisten und tragen dazu bei, den Alltag mit unseren Höhen und Tiefen, der Anteilnahme und Freude über Ereignisse, die unsere Mitmenschen betreffen, immer wieder neu zu gestalten. Das Leben bietet Stoff genug.

Schon seit jeher reizte es den Zuschauer, einmal einen Blick hinter die Kulissen der grossen Traumfabrik zu werfen. Eine Gruppe junger und jung gebliebener Menschen möchte es genauer wissen, bricht aus dem grauen Alltagsstress aus und findet sich zusammen, um gemeinsam ein Musicalprojekt zu erarbeiten. Ihre eigene Realität sowie die während den Proben entstehenden Beziehungsgeflechte und zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen liefern das Thema zum Musical.

So steht der Komponist Freddy plötzlich seiner eigenen, durch den Hauptdarsteller Robert interpretierten Liebesgeschichte gegenüber. Der zu jeder Unzeit pathethisch mit Zitaten um sich schlagende Rony wächst über sich hinaus und inszeniert aus Anas spanischem Background eine herzzerreissende Familientragödie, zu der die Produzentin und Regisseurin Victoria nur noch „chapeau!“ sagen kann.

Was wird schliesslich siegen? Anas Leidenschaft für die Bretter, die die Welt bedeuten, ihre Liebe zu Freddy oder ihr Pflichtbewusstsein gegenüber den Traditionen des Familienclans und den Erwartungen der Eltern? Findet Gloria den Zugang zum Herzen des Gigolos Rico, dem alle Frauen zu Füssen liegen? überwindet Sieglinde ihre Eifersucht auf die Hauptdarstellerin und wie geht José mit seiner unerwiderten Liebe um?

Wie erlebt das bunt gemischte Laienensemble den Alltag hinter den Kulissen der Traumfabrik? Wie halten sie dem harten Training, den Zerreissproben ihrer Selbstdarstellung und dem Druck der nahenden Premiere stand? Kritisch wird es, wenn Ronys überschäumende Phantasie plötzlich durch die Realität eingeholt wird, und der Zuschauer sowie die am Musical Beteiligten nur noch mit Mühe unterscheiden können, was sich denn nun eigentlich im gemeinsam erfundenen Musical abspielt.

Licht in die verworrene Geschichte zu bringen, wäre jedoch müssig, denn das einzige, was zählt, ist das Erlebnis – das Musical. Die Magie, die entsteht, wenn Menschen über die einzigartige Sprache der Musik ein gemeinsames Ziel finden, wofür es sich zu kämpfen lohnt!